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Gesetzlicher Betreuer werden

Wann wird ein Betreuer bestellt?

Wenn ein Volljähriger infolge einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht mehr seine Angelegenheiten besorgen kann, so wird ein Betreuer bestellt (§ 1896 Abs. 1 BGB). Eine gesetzliche Betreuung wird nicht angeordnet, wenn der Betroffene bereits im Vollbesitz seiner Kräfte eine sogenannte Vorsorgevollmacht erteilt hat. Ansonsten wird ein gesetzlicher Betreuer bestellt. Die gesetzlichen Betreuer kommen mehrheitlich aus dem Angehörigenbereich, z.B. der Ehegatte oder die Kinder oder andere Verwandte.

Ehrenamtliche und Berufs-Betreuer

In einfachen Fällen bestellt das Betreuungsgericht einen ehrenamtlichen Betreuer. Ehrenamtliche Betreuer werden ebenfalls vom Betreuungsgericht bestellt und sind in den einzelnen Aufgabenkreisen für den Betreuten tätig.

Bei schwierigen Betreuungsfällen mit einem entsprechend hohen Zeitaufwand bestellt das Betreuungsgericht auf Vorschlag der Betreuungsbehörde einen professionellen Betreuer, den sogenannten „Berufsbetreuer“.

Voraussetzungen für eine Bestellung zum Berufsbetreuer

Zum Berufsbetreuer wird bestellt, wer geeignet ist, in den einzelnen Aufgabenkreisen die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen und ihn in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlich zu betreuen (§ 1897 Abs. 1 BGB) (siehe auch: Pflichten / Aufgaben eines Betreuers).
Mit entsprechender Berufs- und Lebenserfahrung kann jeder, der geeignet ist, zum Betreuer bestellt werden. Keine Berufsgruppe ist prinzipiell ausgeschlossen (siehe auch: Wer kann Berufsbetreuer werden).

Die Betreuungsbehörden und die Betreuungsgerichte verlangen zwischenzeitlich jedoch fast überall den Nachweis darüber, dass sich der Neueinsteiger durch entsprechende Lehrgänge das erforderliche Fachwissen angeeignet hat.
Der angehende Berufsbetreuer bewirbt sich bei der zuständigen Betreuungsbehörde schriftlich. Er muss sich bereit erklären, mindestens 11 Fälle zu übernehmen. (Siehe auch: Ausbildung zum Berufsbetreuer und Wie wird man Berufsbetreuer).

Seminar-Angebot des Weinsberger Forum

Das Weinsberger Forum bietet für Neueinsteiger einen 5-tägigen Lehrgang „Intensivlehrgang Betreuung Erwachsener“ (Modul 1) an. Nach Absolvierung dieses Lehrgangs wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt, mit der sich die Teilnehmer bei ihrer Betreuungsbehörde vor Ort bewerben können. Darauf aufbauend werden weitere drei Modulkurse mit abschließender Klausur angeboten.

Für bereits tätige Berufsbetreuer bieten wir Kurse zur Fortbildung / Weiterbildung an, denn durch sich ständig ändernde Gesetze und das breitgefächerte Tätigkeitsspektrum besteht ein laufender Fortbildungsbedarf.