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Erfolgreicher Einstieg in den Anwaltsberuf über das Betreuungsrecht/Vorsorgevollmacht

Von RA Werner Beroll, Weinsberg

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

immer mehr anwaltliche Berufsstarter  tun sich schwer, wirtschaftlich Fuß zu fassen.
Nur wenigen ist bisher bekannt, dass über das Betreuungsrecht (§§ 1896 ff BGB) und der Übernahme von Vorsorgevollmachten in relativ kurzer Zeit ein sicheres Mindesteinkommen  erzielt werden kann. Sie benötigen dazu keine Gründungsdarlehen, kein Personal und keine anspruchsvollen Kanzleiräume. Die Betreuungen können auch von dem in der Wohnung eingerichteten Büro aus geführt werden.

Von den ca. 12.000 Berufsbetreuern in Deutschland bildet unsere Berufsgruppe mittlerweile eine kleine Minderheit (ca. 5%).
Betreuungsbehörden und Vormundschaftsgerichte möchten bei rechtlich schwierigeren Fällen oftmals einen anwaltlichen Betreuer bestellen, der dann seinen Fall auch im Griff hat. Der anwaltliche Betreuer kann dann seine spezifisch anwaltlichen Leistungen –z.B. Scheidung, Räumungsklage, Zwangsvollstreckung usw.- nach dem RVG abrechnen (§1835 Abs.3 BGB).
Mit der Führung von Betreuungen sind insbesondere Folgemandate im Familienrecht und im Sozialrecht verbunden.

Das für die Führung von Betreuungen erforderliche Wissen kann sich jeder Volljurist in wenigen Tagen aneignen. Neben den Rechtskenntnissen müssen Sie allerdings bereit sein, sich auf behinderte und psychisch kranke Menschen (Senioren mit Demenzen, geistig Behinderte, Psychotiker, Suchtkranke …) einzulassen. Wenn Sie das nicht können oder wollen, kommt dieses Rechtsgebiet nicht für Sie in Frage.

Um den Betroffenen im Betreuungsverfahren rechtliches Gehör zu gewähren, wird ein Verfahrenspfleger bestellt, z.B. bei der Anordnung einer Betreuung, bei der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts (§ 1903 BGB), vor allem aber bei Unterbringungen nach § 1906 BGB.  Neben der –bescheidenen- Vergütung ergeben sich dadurch sehr schnell persönliche Beziehungen zu den Vormundschaftsrichtern, Ärzten, Heimen, Kliniken…

Für minderjährige Kinder wird mit der FGG-Reform die Anzahl der Verfahrensbeistände (bisher Anwalt des Kindes § 50 FGG) und Umgangspfleger voraussichtlich erheblich zunehmen. Der Einstieg in das Familienrecht über diese Verfahrenspflegschaft bietet sich ebenfalls an.

Umfassende Rechts- und Geschäftsbesorgung in Form von Vorsorgevollmachten bleibt auch weiterhin Anwälten und Rechtsbeiständen vorbehalten. Daran ändert sich auch mit dem Inkrafttreten des neuen Rechtsdienstleistungsgesetz nichts. Andere Berufsgruppen, z.B. Steuerberater, müssen sich bei entgeltlich geführten Vorsorgevollmachten nach wie vor auf die Geschäftsbesorgung in den einzelnen Aufgabenkreisen beschränken.

Wir führen mit unserem Fortbildungsinstitut Weinsberger Forum seit 10 Jahren Lehrgänge zum Berufsbetreuer und Verfahrenspfleger durch. In den letzten Jahren hat die Zahl der Anwälte und Anwältinnen bei unseren Teilnehmern erheblich zugenommen. Aufgrund der positiven Rückmeldung zahlreicher Kolleginnen und Kollegen möchte ich auch Sie ermuntern, in Ihrem Amtsgerichtsbezirk Betreuungsfälle zu übernehmen.

Mit dem Tod des Betreuten endet die Betreuung. Wenn der Nachlass auseinander zu setzen ist, kann der bisherige Betreuer zum Nachlasspfleger bestellt werden. Mandanten, die den Anwalt ihres Vertrauens zum Vorsorgebevollmächtigten bestellen, setzen ihn oftmals auch zum Testamentsvollstrecker ein. Der Übergang zu erbrechtlichen Mandaten ist  fließend.

Aufgrund der politischen Diskussionen zum Thema Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht  bietet sich für Anwälte/Anwältinnen an, in Heimen, Kliniken, bei Kirchengemeinden, Parteien usw. Infoveranstaltungen durchzuführen. Die anwaltlichen Dienstleistungen können dadurch- ergänzend mit Flyer, Broschüren usw.-  öffentlichkeitswirksam dargestellt werden. Durch diese Öffentlichkeitsarbeit können Mandate akquiriert werden. 

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an mich wenden: Tel 07134 - 22044

Mit freundlichen kollegialen Grüssen

Werner Beroll
RA/Geschäftsführer